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1. Preis

Verfasser

Lengfeld & Wilisch Architekten PartG mbB
Havelstraße 16
64295 Darmstadt


Prof. Mathias Lengfeld
Alexander Heinigk
Fabian P. Dahinten

Mitarbeiter/in der Verfasser/in:
Daniel Buck
Mara Gombert, Werkstudentin
Alexander Henze, Werkstudent
Xian Zhu, M. Eng.

 

 

 

   

Leitidee des Verfassers

„Angestrebt wird eine Symbiose von Nachverdichtung des Wohnraumangebotes, Ergänzung von Gemeinschaftsangeboten und signifikante qualitative Aufwertung der Außenbereiche. [...] Der zentrale Mittelpunkt des Campusbereiches wird betont.  Auf ihn beziehen sich alle Einzelgebäude. Von dort können alle Zugänge gesehen und erreicht werden. Es entsteht ein Wechsel zwischen offenen Platzbereichen, Freizeitangeboten (z.B. Boule Platz) und Rückzugsbereichen, die sich zu den Baumbeständen ausrichten. Dabei stehen Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit im Mittelpunkt des Entwurfs und leiten den gesamten Planungsprozess – vom städtebaulichen Maßstab über die Innenraumgestaltung bis hin zur Vorfertigung im Werk und der Einrichtung auf der Baustelle – alles unter dem Gesichtspunkt einer optimierten Realisierbarkeit.“

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichts

Unter dem Entwurfsansatz des ‚Integrativen Campus‘ positionieren die Verfasser vier Baukörper geschickt entlang der Grundstücksgrenze. Die Gebäude bilden einen Rahmen, der durch spannende Außenräume und Plätze über das Gelände leitet sowie die Wegeführung der Gebäude 39 a-c fließend weiterführt. Mit einer neuen barrierefreien Rampenanlage, einladenden Aufenthaltsflächen sowie einer Umgestaltung des Straßenbereichs wird die Verzahnung mit dem Sportcampus gelungen umsetzt. Hierbei wird die Formensprache der Kolonnaden der Gebäude 39 a-c bei den Neubauten aufgenommen, die Raum für überdachte Eingänge und dem jeweiligen Gebäude zugeordnete Fahrräderabstellplätze bietet.

Das gesamte Gelände ist barrierefrei erschlossen, die Zugänglichkeit für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge ist gewährleistet. Die Geländemodulation folgt den vorhandenen Höhenverhältnissen; eine Wiederverwendung des Erdaushubs zur Geländeauffüllung und für Grüninseln ist vorgesehen.

Die städtebauliche Anordnung und Maßstäblichkeit der Baukörper vermittelt zwischen den Wohngebäuden der Nachbarschaft und den beiden Wohnhochhäusern 40/42 und formt den ‚Rücken‘ des Campus.

Alle Einzelgebäude, Bestand und Neubau, beziehen sich auf den zentralen Platz des Campusbereichs. Die Gemeinschaftsangebote in den Erdgeschossen sind diesem zugewandt. Es entsteht ein Wechsel zwischen offenen Platzflächen, Freizeitangeboten und Rückzugsbereichen, die sich zu den Baumbeständen aus-richten.

Die Neubauten sind in einer hybriden Modulbauweise konzipiert, die ein wirtschaftliches und schnelles Bauen sowie einen nachhaltigen Gebäudebetrieb erwarten lässt. Alle Gebäude halten die fünf vorgegeben Geschosse ein.

Die Anzahl der geforderten Wohneinheiten wird erfüllt. In den Neubauten werden zwei unterschiedlich große Apartmenttypen angeboten, mit oder ohne Pantryküche (17,8 m² bzw. 12,2 m²). Für die Apartmenttypen ohne Pantry steht je Geschoss eine Gemeinschaftsküche zur Verfügung.

Zusätzlich werden barrierefreie Apartments, sowohl in den Bestandsgebäuden als auch in den Neubauten, angeboten.

Die detailliert dargestellte Möblierung der Apartments in den Neubauten ist durchdacht, variabel und bietet viel Aufenthaltsqualität und Stauraum. Auch die in den Regelgrundrissen der Bestandsgebäuden nur schematisch dargestellte Möblierung lässt eine gute und durchdachte Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche erwarten.

Die kompakt gestaltete, zweigeschossige Tiefgarage, über die Ginnheimer Landstraße erschlossen, nimmt die konstruktiven Wandachsen zweier Neubauten auf und lässt eine wirtschaftliche Bauweise zu. Eine mögliche Optimierung durch die Verwendung von Doppelparkern ist denkbar und sollte geprüft werden.

Die Fassaden der Neubauten sind als hinterlüftete, vorgehängte und modulare Elemente mit Lärchenholz-Lattung konzipiert, die durch die Kombination aus zwei gespiegelten, aber sonst baugleichen Elementen, eine hohe architektonische Gestaltungsqualität ermöglichen.

Zusammenfassend handelt es sich um einen durchdachten und gestalterisch hochwertigen Beitrag, der auch mit Blick auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit die Anforderungen der Auslobung erfüllt und eine qualitative Aufwertung des gesamten Campus erwarten lässt.