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2. Preis

Verfasser

Ferdinand Heide Architekten Planungsgesellschaft mbH
Alt- Fechenheim 103
60386 Frankfurt

Lorenz Heide 
Ferdinand Heide

Mitarbeiter/in der Verfasser/in:

B. Sc. Felix Höpfner
B.Sc. Jan-Marco Müller
Dipl.- Ing. Vjekoslav Buha

Fachplaner: 
TGA Fachplanung

Verfasser/in: 
Alhäuser und König Ingenieurbüro GmbH
Leipziger Straße 24
57627 Hachenburg
Dipl. Ing Frank Dünschmann

Fachplaner: 
Brandschutz IBC
Im Niedergarten 12
55124 Mainz

Verfasser/in: 
Dr. Nolte

 

 

 

   

Leitidee des Verfassers

„Unser Vorschlag basiert auf einer konsequenten städtebaulichen und architektonischen Weiterentwicklung und Optimierung des Entwurfsansatzes der Häuser 39 a-c auf der gegenüberliegenden Seite. [...] Daher erlauben wir uns, den städtebaulichen Versuch der Machbarkeitsstudie mit vier zu kleinen Einzelhäusern zu verlassen und schlagen stattdessen eine Komposition vor, die das Thema der Häuser 39 a-c -Kubus und Zeile im Zusammenspiel mit punktförmigen Hochhäusern - weiterdenkt und fortschreibt. Es soll ein zusammenhängender Wohn-Campus nach einem übergeordneten gestalterischen Konzept entstehen, auf dem gleichwertige Bausteine nebeneinander stehen. [...] 
Um unser Anliegen nach Fortführung des Charakters und der Identität zu unterstreichen, „erfinden“ wir für die Neubauten selbstredend auch keine neue oder andere Architektursprache. Wir wollen das weiterführen und beibehalten, von dem wir denken, dass es eine hohe Funktionalität und Gestaltqualität für die Nutzer hatte.“

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichts

Die Verfassenden schlagen vor, die beiden Bereiche nördlich und südlich der Ginnheimer Landstraße zu einem gemeinsamen Campus zusammenzufassen. Dazu soll das Wettbewerbsgebiet auf das Straßenniveau gesenkt werden, um den Sportcampus mit den Gebäuden 39 a-c an die beiden Hochhäuser 40 und 42 anzubinden. Die Anordnung und Dimension der geplanten Neubauten folgt dieser Entwurfslogik und formuliert sie als zwei größere Gebäude, die den zukünftigen Campus im Quartier räumlich zur angrenzenden Bebauung abschließen. 
Ein interessanter Entwurfsansatz, der vergleichsweise großzügige Freiräume im Gelände ermöglicht und die zukünftige Ausprägung der Ginnheimer Landstraße in neuem Licht erscheinen lässt. Allerdings bringt dieses Konzept einige Herausforderungen mit sich. Für die Absenkung werden immense Erdbewegungen erforderlich, wodurch teilweise vorhandene Bäume beseitigt und die Untergeschosse freilegt werden müssen. Zudem müssen die Zugänge zu den Wohnheimen 40 und 42 in das jetzige Untergeschoss verlegt und die Räume der Gebäudetechnik teilweise umorganisiert werden. Weiterhin wird die geringe Raumhöhe der jetzigen Kellerräume für die zukünftige, repräsentative Nutzung als Haupteingänge sehr kritisch bewertet. In der Summe erscheint zur Umsetzung dieses Konzepts eine besondere Prüfung dieser Aspekte erforderlich. 
Die beiden Neubauten entwickeln die Bebauung des Sportcampus mit den Gebäuden 39 städtebaulich nachvollziehbar fort und lassen durch ihre Kompaktheit eine wirtschaftliche Errichtung erwarten sowie einen nachhaltigen Gebäudebetrieb. Die Geschossigkeit überschreitet teilweise die vorgegebenen fünf Geschosse, was im Rahmen des Entwurfskonzept konsequent ist und baurechtlich möglich erscheint. Allerdings erscheint der südliche Gebäuderiegel trotz der geschickten Fassadenstaffelung zu lang und die Nähe des nördlichen Würfels zu Gebäude 42 wirkt zu eng, um die Anknüpfung der Kolonnade im Erdgeschoss als ‚Brückenschlag‘ über die Ginnheimer Landstraße zu den Gebäuden 39 voll auszubilden. Trotz der Großzügigkeit der Freianlage stellt sich die Frage nach deren Orientierung zu der östlichen Nachbarbebauung in der Franz-Rücker-Allee. Die Feuerwehrzufahrten und Aufstellflächen werden kritisch hinterfragt und wären im weiteren Prozess zu prüfen.
Die Anzahl und Ausprägung der Wohnungen entsprechen der Vorgabe, aber die Anzahl der barrierefreien Apartments müsste erhöht werden. Die Verteilung und Lage der Gemeinschaftsnutzungen ist angemessen und die Zugänge und Wegeführungen durch die Gebäude sind nachvollziehbar, die Hauptzugänge im vormaligen Kellergeschoss werden wie erwähnt kritisch betrachtet. Die vorgeschlagenen Apartments für Gebäude 40 und 42 müssten überarbeitet werden, der Zugang zum Bad wirkt umständlich. Dem Konzept entsprechend, orientiert sich der Ausdruck der Architektur eindeutig an den Gebäuden 39 und die Ansichten bewegen sich in einem sehr guten und bewährten Rahmen. 
Die Anordnung der Tiefgarage ist folgerichtig, sie erscheint wirtschaftlich und funktional, wobei die statische Unterfangung des angrenzenden Hochhauses 42 zu beachten wäre.
Insgesamt handelt es sich um einen sehr interessanten Entwurfsbeitrag und die Jury würdigt den wertvollen städtebaulichen Impuls für den gesamten Bereich.