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3. Preis

Verfasser

ZVONKO TURKALI ARCHITEKTEN
Kettenhofweg 14-16
60325 Frankfurt am Main 

Zvonko Turkali

Mitarbeiter/in der Verfasser/in:

Stine Daude
Ulf Hille
Eva Münzesheimer
Lennart Reidelbach

Fachplaner: 
Landschaftsarchitektur

Verfasser/in: 
IPACH MAYERHOFER LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PartGmbB
Friedensallee 22
63263 Neu-Isenburg
Dagmar Mayerhofer

 

 

 

 

   

Leitidee des Verfassers

„Ziel der Planung ist es, eine grüne, lebenswerte Wohnumgebung für Studierende zu schaffen, die Gemeinschaft erlebbar macht. Hochwertiges Wohnen und vielfältige Angebote sollen soziale Bindungen stärken, Solidarität fördern und das psychische Wohlbefinden nachhaltig unterstützen. [...] 
Ein zentrales Element des städtebaulichen Konzepts bilden vier freistehende Solitäre, die behutsam in die parkähnliche Landschaft eingebettet sind. Die aufgelockerte Struktur erlaubt Sichtbeziehungen, schafft Begegnungsräume und fördert die räumliche Vernetzung mit dem umliegenden Quartier. [...] Die gemeinschaftlich nutzbaren Flächen bilden das soziale Zentrum des Quartiers. Dazu gehören nicht nur Aufenthaltsräume innerhalb der Gebäude, sondern auch Außenräume wie der Platz an der Ginnheimer Landstraße oder die zentrale Liegewiese im Herzen der Anlage.“

Auszug aus der Beurteilung des Preisgerichts

Die vier geplanten Solitäre fügen sich städtebaulich selbstverständlich in die Umgebung ein und tragen dazu bei, dass ein bisher nahezu vollversiegelter Parkplatz in eine attraktive Grünfläche entwickelt wird. Die vier Solitäre reagieren mit ihrer unterschiedlichen Geschossigkeit gut auf die vorhandene Umgebung. Die vorhandenen Hochhäuser werden respektiert, wichtige Blickbeziehungen werden von der Neubebauung freigehalten. Der 7-geschossige Solitär an der Ginnheimer Landstraße korrespondiert als höchstes neues Gebäude mit dem bereits bestehenden Studierendenwohnheim auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Er schafft damit eine Verbindung zwischen alt und neu, zwischen Stadt und angrenzendem Landschaftsraum. Damit wird ein verbindendes und überzeugendes Element zwischen den zwei Wohnheimstandorten geschaffen. 
Hervorzuheben sind auch die klugen Regelgrundrisse des Entwurfs. Die Aufteilung im Neubau in Tag- und Nachtbereiche sowie die Möglichkeit, Apartments ohne aufwendige bauliche Maßnahmen zusammenzuschalten, ist überzeugend. Die dadurch geschaffene Flexibilität ist positiv hervorzuheben. Die bodentiefen Fenster werden aufgrund der kleinen Grundrisse und der damit verbundenen eingeschränkten Nutzbarkeit eher kritisch gesehen.
Die Fokussierung der Gemeinschaftsflächen auf den Erdgeschossen ermöglicht eine hohe räumliche Dichte an Wohnplätzen. Allerdings werden durch diese Kompaktheit Begegnungsflächen und Gemeinschaftsräume nur bedingt berücksichtigt, was die soziale Qualität des Quartiers einschränkt. Größere Gemeinschaftsflächen, die auch flexibel nutzbar sind, sieht der Entwurf nicht vor. Die Schaffung von informellen Begegnungsorten, wie zum Beispiel Fahrradstellplätze, wird begrüßt, kann in der Gesamtbilanz jedoch nicht umfassend überzeugen. 
Die Fassade mit Elementen aus gewellten mineralischen Platten überzeugt gestalterisch.
Der Entwurf wurde als technisch realisierbar bewertet. Die Feuerwehrzufahrt über die Zeppelinallee und die dort vorgesehenen Sitztreppen stellen eine Herausforderung dar, die aber als technisch lösbar eingestuft wird.
Der Entwurf bewegt ist im wirtschaftlich umsetzbaren Rahmen. Die Kosten der Bestandsanierung sowie der Tiefgarage liegen im Vergleich eher hoch, die Kosten des Neubaus eher niedrig. Die Bewirtschaftungskosten liegen im erwartbaren Bereich. 
Die Arbeit liefert insgesamt einen überzeugenden Beitrag mit wenigen Schwachpunkten und geht insbesondere aufgrund der Kompaktheit mit der Ressource Boden schonend um. Auf wenig Fläche kann in größerem Umfang neuer bezahlbarer Wohnraum in hoher Qualität geschaffen werden.